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Soulriding mit Rose und Bobby Root

fusselhirn
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Verfasst am: 19. 06. 2009 [21:42]
Halli Hallo zusammen,

wie die Jungfrau zum Kinde, so bin ich zu einem Fahrtechnik Training der besonderen Art gekommen, oder besser gesagt zu einem Soulriding.

Aufgrund der Teilnahme an einem Preisauschreiben habe ich relativ kurzfristig einen Platz im Soulrding Seminar gewinnen können. Das Ganze fand Anfang Juni in Willingen, kurz vor der Bike Messe statt und dauerte 3 Tage. Ausgerichtet wurde das Training von der Firma Rose (bekannter Versender aus Bocholt).

Das Besondere: es ging darum, die neue Bike Linie der Firma Rose auf der Freeride und Downhill Strecke von Willingen auf Herz und Nieren zu testen. Dazu konnten die Teilnehmer eines der Bikes in ihrer Größe auswählen, das dann von Rose zum Training mitgebracht und auf den Fahrer angepaßt wurde.

Die meisten Teilnehmer entschieden sich für das Uncle Jimbo, einen Leichtfreerider mit 160 Travel an Bug und Heck. Da ich gerade im All Mountain Revier recherchiere entschied ich mich für den Granite Chief mit 140 mm Travel. Die eigenen Bikes dürften natürlich auch mitgebracht werden und direkt verglichen werden. In meinem Fall mußte sich der Uncle Jimbo also den Vergleich mit meinem bewährten Proceed Flapjack gefallen lassen.

Um das Setup abzurunden, bekamen wir, die 6 Teilnehmer, ausserdem vier Begleitpersonen gestellt. Bei diesen vier waren der Produktionsmanager von Rose (Stefan Strauß), der Konstrukteur der Bikes (Andreas Heimerdinger) und schließlich ein MTB Ass der eher alten Garde (Bobby Root) mit von der Partie. Dementsprechend waren alle interessanten Aspekte abgedeckt: den Produktmanager konnte ich bezgl des wieso, warum und wieviel ausquetschen, der Konstrukteur gewährte Einblicke in ungeahnte Technik Fachsimpeleien und Bobby wurde nicht müde meinen Fahrkünste zu verbessern und Tricks zu zeigen.

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 22.06.2009 um 11:23.]

livin on the edge means to have the best view
fusselhirn
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Verfasst am: 19. 06. 2009 [22:47]
Die Gruppe harmonierte hervorragend. Zu Beginn hatte ich so meine Bedenken ob ich in Sachen Altersklasse und Fahrkönnen mithalten könnte, aber alle Befürchtungen waren unbegründet. Zum einen brachte uns Bobby alles erforderliche bei, ohne dabei das typische "classroom-feeling" aufkommen zu lassen. Zum anderen gab es immer die Wahl zwischen Freeride und Downhill Strecke. Jeder konnte also wählen, wie grob er die Nummer haben wollte. Ansonsten galt: wer fragt bekommt eine Antwort bzw. etwas beigebracht und ansonsten machte einfach jeder sein Ding und genoss den gemeinschaftlichen Flow auf der Soulriding Welle icon_smile.gif))) Besonders hilfreich war hierbei am dritten Tag, daß Bobby hinter jedem einmal mit der Video Kamera den Freeride Trail herfuhr, so daß man seine Fehler sofort erkennen konnte, um daran beim nächsten Run zu feilen.

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Verfasst am: 19. 06. 2009 [23:20]
ja und dann waren da natürlich noch die Bikes. Mein Favorit war am Ende des Tages der Uncle Jimbo 6. Das Bike war einfach perfekt ausbalanciert und die Ausstattung ließ keine Wünsche offen.

Die 160 mm bügelten den Freeride Trail glatt und boten alle Reserven für den gelegentlichen Run über die Downhill Strecke. Sicher, die ganz fetten Dinger gingen mit dem Uncle Jimbo natürlich nicht und der Schwalbe Nobby Nick war auch nur wegen der Gewichts-Fetischisten der einschlägig bekannten Bike Magazine aufgezogen. Aber selbst einen verissenen Drop mit anschließender Nose-Dive-Landung steckten Rahmen und Gabel klaglos weg (im gegensatz zu meinen Handgelenken) und die Reifen .... ok, runter damit, bei ebay verticken und den neuen 2,4er Fat Albert oder etwas vergleichbares aufziehen.

Alle Vorurteile und Negativ Erfahrungen mit Formula waren durch die The One vom Tisch gefegt. Diese Dosierbarkeit und Standfestigkeit - davon kann meine XT nur träumen - trotz Trickstuff Belägen.

Mit 13,irgendwas kg ist der Uncle Jimbo 6 natürlich auch voll Touren tauglich. Letztes Jahr habe ich mein 16 kg Proceed den Tremalzo hochgetreten (ok ich hab ab der 374igsten Kehre geflucht), da dürfte mir der Uncle Jimbo wie ein CC Racer vorkommen icon_wink.gif)

Die Geometrie des Bikes ist eindeutig auf Wendigkeit im Trail ausgelegt. Die Kettenstrebenlänge (mein Fetisch-Maß bei allen Bikes) ist mit weniger als 430 mm für einen Light Freerider recht kurz. Dadurch kommt das Bike spielerisch in den Manual, Bunny Hop etc. Das Steuerrohr ist ebenfalls eher kurz. In Verbindung mit einem kurzen Vorbau bekommt man damit mächtig Druck auf den Vorderreifen und jede Menge Traktion in den engen Anliegern der Freeride Strecke. Da das Oberrohr etwas länger gewählt wurde (Größe M horizontal = 590 mm) stören die kurzen Vorbauten auch nicht beim touren - die Sitzposition bleibt angenehm, ohne dabei zu kompackt zu werden.

Und im Vergleich zu meinem Proceed? Nun ja, das Proceed Flapjack ist wandelbarer. Allerdings bedarf es auch jede Menge Erfahrung und Training, um das Bike innerhalb der unterschiedlichen Setups optimal einzustellen. Ohne jemandem dabei zu Nahe treten zu wollen: wer nicht mindestens 2-3 Mal die Woche auf dem Bike sitzt, findet nie die passenden Setups für den Dämpfer (Druckstufe, Zugstufe, Progression, et.). Von der Gabel mal ganz zu schweigen.

Wer also ein Bike mit Reserven sucht, das sich für fahrtechnische Spielereien eignet, gut touren läßt und den ein oder anderen Ausflug in den Bike Park mitmacht, findet im Uncle Jimbo sicherlich ein extrem rundes Paket ohne wirklich Kompromisse machen zu müssen.

p.s. im moment habe ich drei dämpfer in der grabbelkiste (manitou swinger 4-way, manitou coil 6-way, roch shox pearl), mit dem ich das proceed je nach gewünschtem setup tune. ausserdem kann ich je nach setup die pike aus dem hardtail oder die lyrik zum einsatz bringen. damit habe ich zwar eine sehr große bandbreite, allerdings auch so langsam einen Material overkill, der selbst mich beginnt zu nerven. nach all meinen erfahrungen der letzten jahre, würde ich voraussichtlich eher zu einem runden gesamtpaket greifen, als diese bike-findungsphase erneut zu durchlaufen.

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Verfasst am: 19. 06. 2009 [23:41]
bleiben meine persönlichen erfahrungen. wie bereits eingangs beschrieben harmonierte die gruppe hervorragend. neben dem biken gab es ein "wer-mags-am-schärfsten-wett-futtern" beim mexikaner, ein abendessen an einer ehemals geweihten stätte und gitarrenklänge bei der after-drop-hefe-kaltschale.

meine einprägsamste erfahrung war aber an tag 2. um den uncle jimbo vergleichen zu können, war ich an diesem tag mit meinem pfannkuchen (= flapjack) unterwegs. die jumps und drops wurden immer flüssiger und ich wollte unbedingt mein erstes gap auf der downhill strecke springen. die vernunft siegte jedoch und ich bat Bobby, mit mir vorher noch einmal die freeride strecke runter zu düsen - quasi als reality check meiner eigenen einschätzung. das setup war einfach: erst fuhr ich vor und Bobby korrigierte mich von hinten, dann überhohlte er mich und machte mir die moves richtig vor. das ging ganz prima bis zur vorletzten kurve der mittleren sektion. oh mann, das war der schnellste run über den freeride trail der letzten tage, Bobbies linie war irre schnell. leider bremste mich die böschung in einer engen links, rechts komination ziemlich jäh. an dieser stelle mußte man aus der ersten kurve sehr eng wieder heraus um die gegenkurve zu bekommen (wie eine acht).

mist - meine tochter wird wach, zeit für heute auszuchecken

ok, jetzt aber flux die restlichen zeilen getippert:
nachdem sich mein vorderreifen nun in der böschung eingelinkt hatte, folgte ein sehr plötzlicher abgang über den lenker, mit dem gesicht direkt in den dreck. es ging so schnell, daß ich noch nicht einmal zeit hatte, die arme vor das gesicht zu ziehen. das gelingt mir für gewöhnlich immer aufgrund des drill trainings während meiner fallschirmspringer ausbildung bei der bundeswehr. der einschlag war dermassen heftig, daß sich selbst das kinnteil meines viper full face ablöste bzw. aus seiner steckhalterung brach. allerdings war zu diesem zeitpunkt bereits die meiste einschlagenergie absorbiert. dadurch blieb es bei einer lehrsamen erfahrung ohne gravierende verletzungen. ich hab allerdings 5 min gebraucht, bis ich den ganzen dreck aus mund und nase hatte - die letzten reste schaffte erst die dusche am abend.

bei dem rumms war ich natürlich froh über jeden protektor, den ich am körper hatte (fast das volle programm). ganz verhindern konnten die protektoren allerdings nicht, daß ich einen steifen nacken kassierte und die handgelenke gestaucht waren - die kann man eben nicht schützen, weil man sonst zu unbeweglich wird. für den nacken hätte es das neck protection system gegeben, aber diese dinger sind eben mit ca. 300,- sehr teuer und bedingegen einen echten fullface und nicht einen hybriden wie den viper.

und die quint essenz der geschichte? wen es auf die freeride trails zieht, wer drops probieren möchte, wer es gern so richtig krachen lassen will, der sollte dies nicht ohne protektion tun. ein fullface ist pflicht - ohne ihn hätte ich mir in den drei tagen 2x das gesicht eingeschlagen. schienbein- und knieprotection sollte selbstverständlich sein und entweder man bringt noch ellenbogen protektoren und einen passenden rucksach an den start oder direkt ein komplettes protektoren jacket.

als Bobby den zerlegten helm sah, nahm er mir sofort das versprechen ab, daß ich mir einen richtigen fullface zulege. im moment sind bell drop oder giro remedy in der engeren wahl.

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 22.06.2009 um 22:52.]

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salone_ranger
Salone Ranger
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Verfasst am: 21. 06. 2009 [13:35]
Sehr schöner Bericht. Danke
Das Jimbo scheint ja ne gute wahl zu sein. icon_biggrin.gif

-----__o
---_\ <,
--(_)/(_)
Ist das Bike zu schwer bist du zu schwach !
fusselhirn
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Verfasst am: 21. 06. 2009 [21:16]
... und was ich ganz besonders cool finde: Rose bietet einen Testservice für die Bikes an. Man kann sich das Rad seiner Wahl (z.B. den Uncle Jimbo) für 4 Tage nach Hause liefern lassen, um ihn dann über die heimischen Trails zu ballern. Das ganze kostet je nach Modell ca. 100,- Euro und beinhaltet die Lieferung am Freitag Mittag und die Abholung am Montag.

Dadurch kauft man dann garantiert nicht die Katze im Sack, da ma eine kaum zu toppende Möglichkeit bekommt, das Bike zu testen bevor man kauft.

Aus meiner Sicht der einzig richtige Weg, immerhin kostet ein Bike in der Leistungsklasse schnell mal 2 K.

Nähere Infos dazu findet ihr unter www.rose.de

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seelrider
Seelrider
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Verfasst am: 22. 06. 2009 [22:33]
Danke für den informativen Bericht.

Ich hoffe deine Verletzungen icon_redface.gif sind bis zum Start nach Italien vollständig verheilt.

Bis bald

Der Weg ist das Erlebnis !
www.bikeandsnow.net/Seelrider-News.html
fusselhirn
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Verfasst am: 22. 06. 2009 [22:50]
@Seelrider: bis dahin bin ich wieder voll einsatzbereit

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