Unbeantwortetes Thema

Versicherungsschutz ohne Helm ???

daniel
Daniel
Dabei seit: 19.10.2004
Beiträge: 752
Profil
WWW
Verfasst am: 09. 05. 2007 [11:39]
Hallo Ihr lieben,
ich finde das garnicht uninteressant......
Im kurzen geht es um einen Zusammenstoß Traktor vs. Radfahrer

Gruß Daniel

Hallo Radfreunde,

hier eine kleine fachliche Anmerkung zu dem Urteil bzw. den irreführenden
Meldungen dazu:

Es geht dort nicht um Versicherungsschutz, sondern um
Schmerzensgeldansprüche des
verletzten Radfahrers gegen den Traktorfahrer (und dessen
Haftpflichtversicherung).
Es war nicht eine Versicherung des Radfahrers, sondern die
Haftpflichtversicherung
des Traktorfahrers (und auch der Traktorfahrer) verklagt.

Die geltend gemachten Schmerzensgeldansprüche hat das Gericht abgelehnt,
weil der
Radfahrer mit überhöhter Geschwindigkeit in eine unübersichtliche Kurve
reingefahren ist.
Die zweite Instanz (OLG D-dorf) hat dem Radfahrer zusätzlich
entgegengehalten, dass
er keinen Helm trug und so massgeblich zur Entstehung seiner Schmerzen
beigetragen hat.

Entgegen der Kommentare ging es nicht um Schadensersatz (z.B. beschädigtes
Rad oder
Arztkosten). Auch ein solcher Schadensersatzanspruch (entsprechende Schäden
gab es
hier wohl nicht) wäre hier gescheitert, weil der Radfahrer zu schnell in der
Kurve war.

Falls jemand das Urteil einmal komplett lesen möchte (siehe folgender Link):

http://www.justiz.nrw.de/nrwe/olgs/duesseldorf/j2007/I_1_U_182_06urteil20070212.html

Das Urteil müsste rechtskräftig sein, weil das Oberlandesgericht die
Revision nicht zugelassen hat.
Es besteht allerdings die Möglichkeit, dass der Radfahrer eine so genannte
Nichtzulassungsbeschwerde
erhoben hat, so dass die Sache noch nicht rechtskräftig wäre (Ist aber
unwahrscheinlich !).

Fazit aus dem Urteil: Rennradfahrer (nicht "normale" Radfahrer) sollten
einen Helm tragen, wenn sie
im Falle eines Unfalls mit Kopfverletzung ihre Schadensersatz- und
Schmerzensgeldansprüche gegen
andere Unfallbeteiligte nicht (teilweise) verlieren wollen. Das Gericht
erwartete das Tragen eines
Helms, weil Rennradfahren gefährlicher als "normales" Radfahren sei (sehe
ich anders, weil Rennradfahrer
die größere Gefahr durch Erfahrung und Fahrkönnen kompensieren können) und
das Tragen eines Helms
bei Rennradfahrern üblich geworden sei. Außerdem sollte man (zumindest an
unübersichtlichen Stellen) nur
so schnell fahren, dass man innerhalb des einsehbaren Bereichs anhalten
kann.

Ein eventuell bestehender Versicherungsschutz (z.B. private
Unfallversicherung) dürfte nicht verloren gehen,
wenn man keinen Helm trägt. Das dürften aber die Versicherungsfachleute
besser wissen als ich.

Viele Grüße und immer unfallfreies Fahren wünscht

Thomas Hilgers

P.S.: Ein Helm (damals gab es nur so genannte "Trott"-Helme) hat einem
ehemaligen Mitschüler und Vereinskameraden
von mir vermutlich das Leben gerettet.

Hebt man den Blick, so sieht man keine Grenzen.