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ich bastel mein bike selbst zusammen: Proceed Flapjack FST

fusselhirn
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Verfasst am: 21. 08. 2007 [22:41]
Halli Hallo,

wie einige von euch bereits sicher mitbekommen haben, habe ich vor ungefähr einem Jahr beschlossen, mir mein Bike selbst zusammenzustellen. Durch eifriges Schrauben wähnte ich mich erfahren genug und ausserdem schien man dabei eine Menge Geld sparen zu können. Schließlich waren meine Vorstellungen so individuell, daß ausser von ein paar Edelanbietern so oder so nix passendes zu finden war.

Dieser Artikel soll ein Erfahrungsbericht darüber sein, was mir dabei alles so passiert ist, was gut und was weniger gut geklappt hat, was ärgerlich und was erfreulich war. Natürlich kann man nach dieser Anleitung auch selbst einen Pfannkuchen (engl Flapjack) aufbauen. Die Herstellerhinweise haben dabei aber natürlich Vorrang vor meinen Ausführungen und sie gelten für das 2005er Modell. Aktuell ist der 2007er Rahmen, den 2005er gibt es aber noch in Größe M zum echten Schnäppchenpreis.

Ich werde das ganze Thema in mehrere Teile zerlegen. Dann wird es übersichtlicher und ich muß nicht alles auf einmal zusammentippern.

Heute geht es um "Warum denn ausgrechnet den Proceed FST Flapjack?"

Zunächst bin ich ein eher unsteter Geist, der es mal kräftig krachen lassen will, mal schnell sein will und mal nur so auf der Straße rauf und runter trixen will. Ausserdem toure ich gern und weit und lege nach einem zerbrochenen Fully Rahmen mehr Wert auf Robustheit und nicht so sehr auf das (Leicht-)Gewicht. Schließlich liebe ich meine Marzzochi Z1 SL Baujahr 2004, die sich mit ihrem ECC hervorragend auf fast alles einstellen läßt, was mir so unter die Stollen kommt. Da sie aber "nur" 130 mm Federweg hat, harmoniert sie nicht sonderlich mit den aktuellen, robusten Rahmen - das sind nämlich meist Freeride Modelle, die kaum noch mit weniger als 150 mm Federweg auskommen.

Durch Zufall fiel mir dann das Proceed FST beim Durchblättern einer älteren Mountainbike Zeitschrift ins Auge. Es tauchte in der Kategorie Freeride auf und sollte angeblich nur 135 mm Federweg am Heck haben. Flux mal gegoogelt und und auf der Homepage rausgekommen. Dort hörte sich alles äussert interessant an, also ging die Preis-Suche los. Zu meiner positiven Überraschung gab es gerade das 2005er als Auslaufmodell um fast 50% reduziert. Nach einigen Diskussionen mit der besten Ehefrau der Welt gab es den Rahmen dann als (deutlich vorgezogene) Weihnachtsaktion. icon_wink.gif.

Hier meine "harten" Entscheidungskriterien:
:arrow: das Teil ist echt super robust - das Gewicht geht zum touren aber noch i.O.
:arrow: der Federweg am Heck läßt sich von 105 mm auf 135 mm ud 155 mm umstellen - die 105 mm sind super knackig auf schnellen, wenig anspruchsvollen Trails, die 135 mm angenehm sahnig und reichen für meine Freeride Ambitionen aus. Die 155 mm sind für sofa-artige Genuss Abfahrten gedacht (sehr lineare kennlinie)
:arrow: durch die FlipFlop Aufnahme der Dämpferaufnahme, kann ich die Geometrie und das Fahrverhalten an die "Festbrennweite" meiner Marzocchi anpassen - dazu später mehr.
:arrow: der Dämpfer läßt sich ausreichend und RELATIV einfach justieren. Vor allem die Einstellung der Endprogression am Piggy Bag habe ich nach den ersten kleineren Drops angepasst - auch dazu später mehr
:arrow: das tief gezogene Oberrohr - dadurch verlaufen ungeplante abstiege deutlich ungefährlicher für die kronjuwelen
:arrow: die kurze kettenstrebe (427 mm) - nach meiner erfahrung ist bei Fullies alles unter 430 mm eher wendig und läßt sich eher leicht auf das hinterrad ziehen, alles über 430 mm ist eher fahrstabil. Bei technischen Manövern ist das Hinterrad aber der Schlüssel.
:arrow: der relativ steile sitzwinkel - das ermöglicht eine sehr druckvolle Fahrposition
:arrow: der nicht zu flache Lenkwinkel - das bringt Ruhe ins Fahrwerk, ohne daß es träge wird. Bei zu flachem Lenkwinkel "schiebt" das Bike im verwinkelten Trail über das Vorderrad.
:arrow: und schließlich sieht die Kiste einfach Hammercool, oder mit den Worten meines Sohnes "bemerkenswert, gefährlich und wild" icon_biggrin.gif aus.

Das einzige Manko bestand nach damaligen Kenntnisstand darin, daß absolut kein Flaschenhalter an dem Rahmen einen Platz findet. Das geht bei kürzeren Touren schonmal auf die Nerven. Andererseits wird man dadurch zum überzeugten Rucksackträger - was einen nicht zu unterstätzenden Minimalschutz für den Rücken mit sich bringt (ausserdem hat man dadurch immer Glasperlen für die Eingeborenen dabei und muß nicht seine Mitfahrer als Lu...-Skla... an die Eingeborenen verschachern icon_lol.gif icon_lol.gif

Wer mehr Infos braucht schaut mal unter den folgenden Links nach:
http://www.bikecrew.de/
http://www.vertriders.at/actual_picco_proceed.htm
http://www4.hibike.de und dort "Katalog nach Herstellern" > "Proceed" > "Auslaufmodelle"
http://www.mountainbike-magazin.de/proceedflapjackfst.92306.htm
http://www.mountainbike-magazin.de/proceed.119846.htm

OK, das war's für heute, die Tage gibt's dann Details zur Bestückung und zum Aufbau des Rahmens.

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 19.03.2008 um 23:37.]

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Verfasst am: 23. 08. 2007 [00:02]
Heute geht es um die Teile, die ich an das Proceed geschraubt habe und um die Erfahrungen, die ich dabei machte.

Zunächst mal die Parts (aktuelle Bestückung):
1) Dämpfer 2005er Manitou Swinger mit Piggy Bag, 50 mm Hub, 190 mm Einbaulänge
2) Gabel 2004er Marzzochi Z1 SL mit 130 mm Federweg und 515 mm Einbauhöhe
3) Steuersatz FSA Sky Pilot
4) Kurbel und Tretlager 2006er Shimano LX mit aussen liegenden Lagern
5) Kassette und Kette SRAM irgendwas
6) Schaltwerk 2007er SRAM X7 Medium Cage
7) Umwerfer SRAM x-gen
8 ) Schalthebel SRAM Trigger X7
9) Sattelstütze 400 mm Richtey Pro V2 mit ca. 20 mm Versatz nach hinten und Velo Pronto SL-Z1 Sattel
10) Laufräder XT Naben mit Mavix EX 823 UST
11) Bereifung Schwalbe Fat Albert UST
12) Vorbau irgendwas und Lenker Truvativ Husselfelt DH Riserbar mit 35 mm Rise
13) Shimano Deore Bremsen mit 200er A2Z Scheiben

Der Zusammenbau verlief leider nicht ganz reibungslos. Nach einigen Erfahrungen mit dem Bike liegt das a.m.S. an den extrem geringen Toleranzen, mit denen der Rahmen anscheinend konstruiert wurde. Das mag am Ende zu seinen hervorragenden Fahreigenschaften führen, erfordert beim Aufbau aber einige Erfahrung oder (ersatzweise) Tüftelei:

der Umwerfer:
Zunächst probierte ich einen Deore Topswing. Der paßte nicht richtig, weil er er sich nicht weit genug nach unten schieben ließ. Der nächste war ein XT Downswing. Auch der paßte nicht, da durch die steil abgewinkelte Zugführung der Zug an dem halb-runden Teil des Hinterbaus schliff, das paralell zum Sitzrohr verläuft (keine Ahnung wie das Teil heißt). Nun wurde die Luft schon merklich dünn. Schließlich paßte ein 2006er SRAM x-gen ohne jedes Schleifen. Dieser ließ sich auch sauber justieren.

das Tretlager / Kurbel:
Durch die aussen liegenden Lager kann man mit einer LX Kurbel eigentlich nix falsch machen - dachte ich. Bei der Montage gem. Shimano Anleitung führte die Kette derart eng an der Schraube vorbei, welche das rechte Schwingenkugellager fixiert, daß ich nicht glauben konnte, daß das so passen sollte. Also habe ich einen Ring mehr als eigentlich vorgesehen eingebaut - nun schliff die Kette ganz hinten am Hinterbau (bei kleinstem Ritzel und großem Zahnkranz). Also wieder Komando zurück und nach Vorschrift. Das paßt, aber mit extrem wenig Platz. So wenig, daß ich mich entschlossen habe, den Hinterbau durch Kabelbinder und einen Strebenschutz zu schützen, denn so eine Kette springt ja auch schonmal. Die Schraube muß leiden, aber das hält sich sehr in Grenzen.

das Schaltwerk:
Hier gab es leider auch eine schlechte Überraschung. Es paßte ganz einfach nicht ans Alu Schaltauge :? Der "Knubbel" mit dem es am Schaltauge festgeschraubt wird, war ganz einfach zu dick - nix zu wollen. Da ich auf Tour wollte, wurde die Flex gezückt und das Schaltwerk so "angepaßt", daß es sich so gerade eben anschrauben ließ. Mit einem später montierten Stahl Schaltauge (gab es leider nur sehr kurz) paßte das SRAM X7 ohne rumflexerei. Bei den Alu Dingern hat sich aber leider nix geändert - das 2005er und 2006er Proceed FST Flapjack ist ohne Modifikation nicht 2006er und 2007er SRAM Schaltwerk kompatibel - auch wenn diese Modifikation lediglich in Abtragen von ca. 1 mm Material wahlweise am Schaltwerk oder am Rahmen besteht (ich flexe nunmal weder am einen noch am anderen gern herum :!: )

die Verlegung der Bremsleitung:
Laut Beschreibung soll zum Verlegen der Bremsleitung diese geöffnet und unter dem Unterrohr durch die Steuerrohr-Verstärkungen geführt werden. Habe ich gemacht, allerdings fielen mir direkt die scharfen Kanten der Verstärkungs-Ausschnitte störend ins Auge. Da ich dem Rahmen nicht direkt mit dem Dremel zu Leibe rücken wollte, habe ich erstmal alles gemacht wie gefordert. Das Resultat war aber eine Katastrophe. Da die Leitungen "arbeiten" bzw. sich durch die Lenkerbewegungen hin und her schieben und immer an der scharfen Kante "schubberten", waren sie irgendwann ganz einfach angesägt icon_mad.gif Das konnte natürlich so nicht bleiben. Da ich immer noch nicht mit dem Dremel an den Rahmen wollte um diese blöden Kanten zu brechen, habe ich mir eine andere Konstruktion einfallen lassen: ich habe über die Zughüllen und die Bremsleitung 5er Messinghülsen an den kritischen Stellen geschoben und mit Schrumpfschlauch fixiert - damit es nicht so auffällt. Das funktioniert, allerdings wird es damit auf der linken Seite mächtig eng, da dort ein Schaltungszug und die Bremsleitung durch müssen. Das Ganze hat derart genervt, daß ich die Bremsleitung mittlerweile aussen vorbei geführt habe.

Alles andere verlief ohne nennenswerte Probleme. Was der Hersteller und der Rahmenlieferant zu den ganzen Punkten sagten, werde ich in einem späteren Post mit dem Titel Support behandeln. Hier ging es erstmal nur um die Parts und den grundsätzlichen Aufbau.

schönen Abend noch, Zeit für am Kopfkissen lauschen

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 26.08.2007 um 21:32.]

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Verfasst am: 24. 08. 2007 [21:49]
Halli Hallo zusammen,

heute gibt es mal keine langen Ausführungen. Statt dessen habe ich ein paar Bilder vom Aufbau des Proceed Flapjack FST eingestellt. Sie finden sich bei meinen Alben.

http://www.highlifecruiser.de/gallery/thumbnails.php?album=76

schönen Abend noch

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Verfasst am: 30. 08. 2007 [22:22]
Halli Hallo,

nachdem das Bike ja nun zusammengebaut ist, geht es heute um die Setups und die Dämpferabstimmung. Dazu sind folgende Ausgangswerte relevant:

1) ich wiege "trocken" (ohne Rucksack) ca. 82 kg, je nach Tourvorhaben kommen zwischen 3 - 10 kg dazu
2) meine Marzocchi Gabel ist nicht höhenverstellbar und hat eine Einbauhöhe von 515 mm
3) der Manitou Swinger ist ein Luftdämpfer. Er bietet 50 mm Hub und wird ja nach Gelände mit 15 bis 25 % Sag gefahren (d.h. ca. 7 bis 15 mm Hub). Das läßt sich über die Druckstufe einstellen.
4) das Proceed bietet am Heck die Federwege 105, 135 und 158 mm und zusätzlich duch die Flip Flop Aufnahme die Möglichkeit, innerhalb des gewählten Federwegs den Lenk- und Sitzwinkel zu variieren (kurzer Schenkel zum Dämpfer = flache Winkel, langer Schenkel zum Dämpfer = steile Winkel).

Bei meiner Gabel ergeben sich im Grunde nur 4 von maximal 6 möglichen Setups. Der maximale Federweg am Heck erscheint mir mit 135 mm augeschöpft, die 158er Variante habe ich noch nicht ausprobiert - kommt aber vielleicht noch.

Allen Varianten gleich ist das Gabel Setup. Achtung: Zuerst die Druckstufen im linken und rechten Holm befüllen, erst dann die Zugstufe befüllen. Druckstufe links und rechts 2,8 bar, Zugstufe 9 bar.

Ausserdem habe ich am Piggy Bag nach den ersten kleineren Sprüngen die Endprogression durch Eindrehen der großen, roten Schraube erhöht. Ich habe sie um 360 Grad (eine volle Umdrehung) eingedreht. Seitdem schlägt nix mehr durch, auch diese Einstellung lasse ich unverändert.

Nun aber zu den Dämpfer Varianten:

Variante 1: 105 mm Federweg mit flachen Winklen:
Mit meiner Gabel kaum normal fahrbar. Das Proceed extrem Hecklastig. Vielleicht beim dirten zu empfehlen, in der Disziplin kenne ich mich aber nicht aus. Im Singletrail zumindest kaum fahrbar, da das Vorderrad zu schnell steigt. Zum Gas geben auch ungeeignet, da man kaum Druck in den Pfannkuchen (engl. Flapjack) bekommt (Sitzwinkel paßt nicht).

Variante 2: 105 mm Federweg mit steilen Winkeln:
Gut fahrbar. Der Flapjack wirkt aber immer noch leicht hecklastig. Eine Vario Gabel (z.B. Rock Shox Pike) würde ich auf 500 mm Bauhöhe absenken. Andererseits sitzt man so sehr entspannt aufrecht und das Vorderrad läßt sich schön leicht lupfen. Im Singletrail steigt das Vorderrad bei plötzlichen, heftigen Gegenanstiegen aber immer noch zu leicht. Der Hinterbau wirkt bei diesem Setup sehr knackig. Antriebseinflüsse sind kaum zu spüren, selbst im Wiegetritt fühlt sich das Proceed fast wie ein Hardtail an. Eine Wucht im Ansprechverhalten ist er allerdings auch nicht - knackig eben. Damit dieses Setup funktioniert, habe ich den Dämpfer wie folgt abgestimmt:
Druckstufe 7 bar (ergibt trocken ca. 15% SAG (ca. 7 mm), und mit Rucksack etwas über 20% (ca. 13 mm)
SPV Kammer 7 bis 8 bar
Zugstufe 1 x 360 Grad + 1 x 180 Grad rein (also 1 1/2 Umdrehungen)

Variante 3: 135 mm Federweg mit flachen Winkeln:
In diesem Setup mag das Proceed Flapjack am liebsten lange, technisch und steil bergab. Im Singletrail ist es zu behäbig und das liebe Vorderrad steigt mal wieder. Ein kurzer Vorbau (ca. 50 mm) verlagert weiteres Gewicht nach hinten und vermeidet Überschlagsgefühle. Der Hinterbau arbeitet jetzt schon sehr sahnig, da aber mehr Druck auf dem Hinterrad lastet, braucht der Flapjack etwas mehr Zugstufe nämlich 1 3/4 Umdrehungen. Da zu diesem eher Downhill lastigen Setup auch mehr SAG gehört, lasse ich die Druckstufen und SPV Einstellung einfach wie sie ist. Es ergibt sich nur mehr SAG (trocken ca. 20% = 10 mm und mit Rucksack ca. 25 bis 30% = 15 mm).

Variante 4: 135 mm Federweg mit steilen Winkeln
In diesem Setup hängt der Pfannkuchen aus dem Hause Proceed wie die Sau am Leben. Der Flapjack wirkt extrem agil, da der Sitzwinkel optimal paßt. Unruhe kommt trotzdem keine auf, da der Lenkwinkel immer noch flach genug ist. Steigendes Vorderrad = Fehlanzeige. Bunny Hops, um die Kurven wuseln, mit Druck in den Anstieg, mit Vollgas in den schnellen Downhill, mit blokiertem Vorderrad das Hinterrad an der nächsten Kehre versetzen = ja bitte und zwar ohne Ende davon. Diese Agilität hat natürlich ihren Preis. Damit das Vorderrad noch nach oben kommt, muß man das Proceed schon kräftiger am Lenker ziehen, von alleine passiert da nix mehr. Im finster verstuften und steilen Gelände geht's mit Variante 3 etwas kommoder zu. Der Dämpfer spricht in dieser Variante äusserst sahnig an. Dadurch vernichtet er aber auch eine Menge Impulse die vom Lenker kommen (hochziehen). Im Wiegetritt arbeitet er zwar mehr, bleibt aber immer noch sehr antriebsneutral. Beim rumtrixen gefällt mir Variante 2 trotzdem besser, da der Dämpfer deutlich knackiger ist. Auch bei diesem Setup belasse ich beim Dämpfer alles wie es ist. Da die Winkel aber steiler sind, nehme ich die Zugstufe wieder auf 1 1/2 Umdrehungen zurück.

Was ich bevorzuge? Na ganz einfach, denn Variabilität ist beim Proceed Flapjack schließlich der große Trumpf:
Wenn ich trixen oder entspannt Kilometer machen will = Variante 2
Wenn es finster technisch und steil wird = Variante 3
Wenn es einfach unbeschwert krachen soll = Variante 4

Variante 3 ist leider nur durch den Umbau der Flip Flop Aufnahne zu erreichen (3 Schrauben). Kein größerer Act, aber doch deutlich aufwändiger als mal gerade den Federweg zu variieren (1 Schraube). Mit einer Variogabel ließe sich Variante 3 wahrscheinlich auch ohne den Umbau erreichen - man müßte lediglich auf Bauhöhe auf (geschätzt) 530 bis 540 mm erhöhen.

Variante 2 liesse sich durch eine Variogabel sicherlich auch deutlich druckvoller gestalten. Man müßte die Bauhöhe einfach auf ca. 500 mm absenken. Damit wäre der Proceed Flapjack dann auch knackig UND druckvoll unterwegs - nett bei Renneinsätzen wie dem 24h Rennen in Duisburg icon_wink.gif

So denn so denn, das war's für heute. Fortsetzung folgt.

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 19.03.2008 um 23:44.]

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seelrider
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Verfasst am: 02. 09. 2007 [17:20]
Hallo fusselhirn,

deine Erlebnisse rund um das Proceed FST Flapjack " waren wie immer sehr interessant und informativ.

Ich freue mich schon auf die nächsten Beiträge von unserem Tech-Talk-Professor.

Bis bald
Seelrider

Der Weg ist das Erlebnis !
www.bikeandsnow.net/Seelrider-News.html
fusselhirn
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Verfasst am: 06. 09. 2007 [21:28]
Halli Hallo,

nach einer kleinen kreativen Schaffenspause geht es nun um den Aspekt Service und Support.

Das Proceed ist nun ja aufgebaut und abgestimmt, also geht es das erste Mal auf den Trail. Natürlich schleift am Anfang hier was, knarzt dort etwas und man weiß sich keinen Reim darauf zu machen. Also wird nach der Rückkehr das I-net abgesurft und das Support Versprechen angetestet, daß es auf der Homepage zu lesen gibt. Denn man hat ja keinen Händler vor Ort, den man ganz einfach fragen könnte.

Im Support gab es viel Licht - aber leider auch eine Menge mächtig schattige Stellen. Doch der Reihe nach.

Vor dem Kauf war das Proceed natürlich nicht der einzige Kandidat. Das Flapjack mußte ein Kona Cowen DS und ein Morewood Shova ausstechen. Nach regem Mailverkehr mit der BikeCrew (Proceed) war denn schließlich die Entscheidung pro Proceed gefallen. Pros und Contras wurden erörtert und die Frage des richtigen Dämpfers diskutiert. Email Support wie er kaum besser und schneller sein könnte.

Beim Aufbau ergaben sich aber leider die bereits beschriebenen Probleme mit Umwerfer, SRAM Schaltwerken etc., so daß weitere Fragen meinerseits folgten. Leider bekam ich diesmal gar keine :!: Antwort, aber wirklich überhaupt gar keine. Anscheinend war man zu sehr mit den 2007er Modellen beschäftigt um sich noch Kundenfragen stellen zu können - das ist aber lediglich eine Vermutung und senkt dn Nerv-Faktor nicht wirklich. Da die Bikecrew nicht mehr antwortete, wendete ich mich an den Lieferanten des Rahmens. Ich wurde auch bald in die Technik durchgestellt und bekam die leider ziemlich orakelige Auskunft: keine Ahnung was da paßt, wir nehmen die Kundenwünsche auf und probieren dann so lange rum, bis die Teile passen oder modifizieren die Ausstattung in Rücksprache mit dem Kunden. Nun war ich wirklich baff und beschloss das Thema Service und Support vorerst abzuhaken, denn diese Antworten konnte ich mir auch selber geben :?

So ging die Zeit ins Land, das Proceed machte mir eine Menge Freude und ich hatte für alle Punkte durch ausprobieren und ausnutzen aller Kulanz-Bonus-Punkte meiner Teilelieferanten eine passende Ausstattung gefunden. Doch dann kam dieser Tag, an dem mir auf dem Trail das Schaltauge total verbog. In weiser Voraussicht hatte ich natürlich Ersatz dabei icon_biggrin.gif und fing munter das raparieren an. Die böse Überraschung war, daß mein SRAM Schaltwerk nicht mehr paßte icon_evil.gif Also wurde das verbogene Stahlschaltauge mit zwei Steinen und mächtig Ärger im Bauch wieder so weit gerade gedengelt, daß es zumindest noch bis nach Hause hielt. Nach dem gerade biegen ergab sich denn auch der Unterschied zwischen Alu und Stahlschaltauge. Der Formfaktor ist völlig anders (s.a. Bildergalerie), an Stahl passen SRAM Schaltwerke an Alu nur nach Modifikation mit der Flex.

Ich entschloß mich zur erneuten Kontaktaufnahme mit der Bikecrew, da ich das Stahlschaltauge nirgendwo mehr bekam und das, obwohl ich ein 2005er Modell fuhr, das ich 2006 gekauft hatte. Die Antwort kam postwendend: Natürlich gäbe es für das Bike noch alle Ersatzteile, das Stahlschaltauge sei nur für den Racing Einsatz produziert worden, eine äusserst begrenzte Stückzahl sei aber auch an interessierte Kunden verkauft worden. Da sie nun aber nicht mehr lieferbar seien, müßte man sich mit der Alu Version begnügen. Begeistert war ich nicht von dieser Auskunft. Da ich aber so oder so auf das neue XT Schaltwerk umsteigen will, hält sich der Ärger im Rahmen.

Ich schlug dann noch vor, daß man den Rahmen mit einer Referenzteile Liste ausliefern sollte. Dann hat man einen Anhaltspunkt, was auf alle Fälle paßt und für Modifikationen ist man selber zuständig. Beantwortet wurde dieser Vorschlag nie und nun herrscht mal wieder kommunikative Eis-, bzw. Auszeit ....

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Verfasst am: 01. 10. 2007 [20:29]
Einen schönen guten Abend,

nachdem das Proceed FST aufgebaut und abgestimmt ist, das Thema Support durchgenudelt ist, nun ein paar abschließende Worte.

Würde ich mir das Proceed FST Flapjack wieder kaufen? Die Antwort ist ein klares Jein icon_rolleyes.gif

Warum Ja icon_biggrin.gif
Das Bike bietet mit seinen Verstellmöglichkeiten jede Menge Abstimmungspotential, vor allem für Gabeln mit "Festbrennweite". Seine Stabilität steht auch völlig ausser Frage. Sicher, die meisten Fahrmannöver machen KORREKT ausgeführt auch andere Bikes mit, aber wenn ich bei einem Drop mal wieder den Absprung nicht richtig erwischt habe, kracht es beim Einschlag derart, daß ich meinen massiven Rahmen nicht missen möchte.

Warum Nein icon_frown.gif
Der Aufbau des Bikes gestaltete sich schon ziemlich nervig. Das ging nur mit viel Geduld und Experementier-Laune. Ich bin allderdings davon überzeugt, daß jedes Bike dieser Leistungsklasse ähnliche "Spierenzchen" auf Lager hat: So paßte an das aktuelle Canyon Torque nicht die Avid Code und auch ein Fusion Freak Fahrer wußte von Problemen mit der Kettenkennlinie zu berichten. Ich tendiere daher beim nächsten Mal zu einem Bike, das von einem Schrauber meines Vertrauens vertrieben wird. Und letzlich ist es das Gesamtpaket, das entscheidet und da gehören Service, Rat und Tat nunmal dazu. Weiterhin ist der Rahmen zwar sehr schön stabil, für meinen Einsatzzweck aber vielleicht doch ein wenig überdimensioniert. Daher würde ich wahscheinlich zu einer etwas leichteren Lösung greifen wir z.B. das Liteville mit den 130 mm am Heck.

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Verfasst am: 01. 10. 2007 [20:48]
Zum guten Schluß möchte ich euch natürlich nicht vorenthalten, was ich beim Aufbau meines Proceed FST Flapjack anders machen würde, bzw. was ich an Modifikationen noch auf dem Schirm habe:

:arrow: Zum einen natürlich kein SRAM Schaltwerk verbauen. Das neue Shimano XT Shadow Schaltwerk schmiegt sich ganz hervorragend ins Standardschaltauge und nebenbei ist die Gefahr des Schaltaugen-Verbiegens so gut wie vom Tisch.
:arrow: Das Schaltwerk habe ich mit SRAM Drehgriffen kombiniert, da mein Knie einige sehr schmerzhafte Begegnungen mit den Triggern hinter sich hat (beim Hinterrad versetzen)
:arrow: Weiterhin würde ich eine Vario Gabel verbauen, denn die 130 mm an der Front harmonieren nicht wirklich mit den 105 mm am Heck - die Sitzposition ist zu aufrecht. Passend wären aus meiner Sicht Forken mit einem Einstellbereich von ca. 100 bis 140 mm, also z.B. eine Pike U-Turn, verstellbare Fox oder eventuell auch Minute Elite mit RTWD (die kommt bei den Steifigkeitswerten allerding nicht so gut weg).
:arrow: Schick wäre auch eine Sattelstütze mit einfach verstellbarer Sattelneigung, da eine andere Federwegseinstellung auch die Sattelneigung verändert. Hier würde ich zu einer NC-17 Empire II S-Pro neigen.
:arrow: Die hintere Bremsleitung habe ich aussen verlegt und dafür den hinteren Schaltzug an der Stelle der Bremsleitung durchgängig verlegt. Damit hat der Platzmangel ein Ende und der durchgängig verlegte Schaltzug funktioniert noch einen Tick knackiger.
:arrow: In das hintere Laufrad käme eine Nope 2XWay hinein (wegen der Schraubachse bzw. breiteren Schnellspanner Option) und vorne natürlich etwas mit Steckachse (wegen der Pike).
:arrow: Statt des Manitou Swinger habe ich schon ein paar Mal über einen Pearl 3.3 nachgedacht, aber der Swinger tut so tadellos seinen Job, daß ich da immer wieder die Finger von gelassen habe.

Insgesamt sollte man schon auf das Gewicht der Komponenten achten, denn der Rahmen ist wirklich nicht leicht. Soll das Proceed FST Flapjack die Grätsche zwischen Tourer und Freerider hinbekommen, sollte z.B. nur die Pike 454 Air U-Turn verbaut werden. Die Minute erscheint mir wiederum nicht stabil genug. Aber alle Cross Country Teile haben an diesem Bike definitiv keinen Sinn.

Sooooooo - und wer jetzt nachbauen möchte, der bekommt den 2006er Rahmen in Göße M in der Light Version aktuell für 700,- Euro. Für unter 200,- gibt es im Moment die Pearl Dämpfer (Neu). Damit kann man für unter 900,- Euro eine kaum zu schlagende Basis für einen Tourer / Freerider schaffen icon_biggrin.gif icon_biggrin.gif icon_biggrin.gif Bei dem Preis würde auch ich voraussichtlich zum Widerhohlungstäter icon_wink.gif

Den Rahmen gibt's hier: http://www.100bike.de/shop/product_info.php?info=p53_Proceed-FST-Light-Rahmen-Modell-2006-Gr--M-ohne-D-mpfer.html

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Verfasst am: 06. 12. 2007 [11:10]
halli hallo mal wieder aus der proceed flapjack bastelecke. natürlich war ich die letzte zeit nicht untätig und habe mal wieder ein wenig gedengelt und geschraubt. die ergebnisse möchte ich euch natürlich nicht vorenthalten:

zunächst mal war mir die fahrposition zu vorgebeugt. das lag ganz einfach an dem leider icon_rolleyes.gif etwas zu sehr gekürzten steuerrohr meiner z1 sl. die bauhöhe der gabel geht mit 515 mm mit dem 135er heck setup noch so gerade i.O. und da ich mit der gabel im grunde zufrieden bin, war guter rat teuer. bei unserem abgrillevent stolperte ich über salon-rangers syntace vorbau-lenker kombi und begann das recherchieren.

das vro system in verbindung mit dem downhill-lenker baute zwar zwar nur ca. 1 cm höher als meine truvativ lenker, vorbau kombi, aber das syntace teil kommt mit einer nahezu unglaublich geringen einstecktiefe von 30 mm aus (die einstecktiefe legt fest, wieviel mm steuerrohr in den vorbau ragen müssen, also wie lang der steuerrohr stummel mindestens sein muß). dadurch konnte ich den vorbau anheben und habe auf diese weise die 2 erforderlichen cm gewonnen, ohne die linie des bikes durch einen mega-steilen vorbau zu vers... icon_biggrin.gif und ohne die gabel durchtauschen zu müssen.

und da es bei ebay gerade mal wieder ein paar sonderangebote gab, habe ich nun einen vro onepointfive mit reducerkit auf 1 1/8 und einem vro vector lowrider mit 12 grad kröpfung und 680 mm breite als steuerzentrale. das ganze sieht zwar etwas klobig aus (wegen des onepointfive), fährt sich aber allerbestens.

last but not least, paßt das vro system natürlich auch am besten zu den variationsmöglichkeiten des proceed flapjack (anpassung lenker durch verändern des federwegs am heck).

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Verfasst am: 06. 12. 2007 [11:11]
halli hallo mal wieder aus der proceed flapjack bastelecke. natürlich war ich die letzte zeit nicht untätig und habe mal wieder ein wenig gedengelt und geschraubt. die ergebnisse möchte ich euch natürlich nicht vorenthalten:

zunächst mal war mir die fahrposition zu vorgebeugt. das lag ganz einfach an dem leider icon_rolleyes.gif etwas zu sehr gekürzten steuerrohr meiner z1 sl. die bauhöhe der gabel geht mit 515 mm mit dem 135er heck setup noch so gerade i.O. und da ich mit der gabel im grunde zufrieden bin, war guter rat teuer. bei unserem abgrillevent stolperte ich über salon-rangers syntace vorbau-lenker kombi und begann das recherchieren.

das vro system in verbindung mit dem downhill-lenker baute zwar zwar nur ca. 1 cm höher als meine truvativ lenker, vorbau kombi, aber das syntace teil kommt mit einer nahezu unglaublich geringen einstecktiefe von 30 mm aus (die einstecktiefe legt fest, wieviel mm steuerrohr in den vorbau ragen müssen, also wie lang der steuerrohr stummel mindestens sein muß). dadurch konnte ich den vorbau anheben und habe auf diese weise die 2 erforderlichen cm gewonnen, ohne die linie des bikes durch einen mega-steilen vorbau zu vers... icon_biggrin.gif und ohne die gabel durchtauschen zu müssen.

und da es bei ebay gerade mal wieder ein paar sonderangebote gab, habe ich nun einen vro onepointfive mit reducerkit auf 1 1/8 und einem vro vector lowrider mit 12 grad kröpfung und 680 mm breite als steuerzentrale. das ganze sieht zwar etwas klobig aus (wegen des onepointfive), fährt sich aber allerbestens.

last but not least, paßt das vro system natürlich auch am besten zu den variationsmöglichkeiten des proceed flapjack (anpassung lenker durch verändern des federwegs am heck).

prädikat: wer die kohle frei hat, sollte auf alle fälle zum vro greifen. die teile sind einfach aufgrund ihrer variationsmöglichkeiten und qualität kaum zu schlagen. ausserdem bilde ich mir ein :!: , daß die 12 grad kröpfung des lenkers irgendwie das handling verbessert hat... icon_biggrin.gif

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