#col2

Klamotten Wohlfühl Faktor
Da das Thema Klamotten in der letzten Zeit etwas häufiger kam, mal ein paar basics, die die weitere Auswahl erleichtern sollten. Im Moment mache ich so oder so mal wieder die Erfahrung, dass weniger rollwiderstände und ultimative schaltgenauigkeit eine rolle spielen sondern funktionale bekleidung über spass oder nicht spass haben entscheiden.
also mal ganz von vorne:
Der Wohlfühlfaktor hängt massgeblich von 2 Punkten ab:
1) es soll trocken sein
2) es soll warm sein
auch ohne feuchtigkeit von oben / aussen bildet sich beim radeln (bei dem einen mehr bei dem anderen weniger) schweiss, also flüssigkeit. die wird bei kälte deutlicher res. störender wahrgenommen als bei warmen temparaturen. also muß erstmal der schweiß weg vom körper. den job übernehmen fasern mit einer hohen flüssigkeits transportleistung.
danach muß der schweiss verdampft werden. das gelingt bei belstungsspitzen weniger gut als bei ruhephasen. beides kommt beim biken vor. also brauche ich als nächstes eine faser, die möglichst viel flüssigkeit speichern kann, damit sie bei gelegenheit (ruhephase) verdampft werden kann (tip: baumwolle hat ein sehr hohes speichervermögen, gibt flüssigkeit aber nur sehr schlecht ab. daher ist sie wenig geeignet für längere belastungen, da das feuchtigkeitsgefühl sehr lange erhalten bleibt)
nun sorgt der fahrtwind ebenfalls für abkühlung, also muß ich mir den auch noch vom leib halten. das übernimmt eine winddichte faser.
wenn dann regen dazu kommt, brauche ich auch noch etwas, das wasserdicht ist. damit wären wir dann bei der kür angekommen.
beim schutz vor wind und regen, darf der prozess des flüssigkeits-verdampfens so wenig wie möglich gestört werden - sonst wird man "von-innen" nass. an dieser stelle spielt die atmungsaktivität eine grosse rolle.
für die geruchsempfindlichen unter uns spielt denn auch noch der muffelfaktor eine rolle. beim schwitzen werden sekrete frei, deren zersetzungsvorgang üble gerüche produziert. bei manchen fasern fällt das mehr, bei manchen weniger deutlich aus (die meisten aldi sachen sind die hölle). um diesen punkt zu lösen, stattet die klamotten industrie mit "anti-muffel" fasern aus. dies sind meist silberionen, die mit eingewebt werden. eine rolle spielt das aber nach meiner erfahrung nur bei unterwäsche.
also mal ganz von vorne:
Der Wohlfühlfaktor hängt massgeblich von 2 Punkten ab:
1) es soll trocken sein
2) es soll warm sein
auch ohne feuchtigkeit von oben / aussen bildet sich beim radeln (bei dem einen mehr bei dem anderen weniger) schweiss, also flüssigkeit. die wird bei kälte deutlicher res. störender wahrgenommen als bei warmen temparaturen. also muß erstmal der schweiß weg vom körper. den job übernehmen fasern mit einer hohen flüssigkeits transportleistung.
danach muß der schweiss verdampft werden. das gelingt bei belstungsspitzen weniger gut als bei ruhephasen. beides kommt beim biken vor. also brauche ich als nächstes eine faser, die möglichst viel flüssigkeit speichern kann, damit sie bei gelegenheit (ruhephase) verdampft werden kann (tip: baumwolle hat ein sehr hohes speichervermögen, gibt flüssigkeit aber nur sehr schlecht ab. daher ist sie wenig geeignet für längere belastungen, da das feuchtigkeitsgefühl sehr lange erhalten bleibt)
nun sorgt der fahrtwind ebenfalls für abkühlung, also muß ich mir den auch noch vom leib halten. das übernimmt eine winddichte faser.
wenn dann regen dazu kommt, brauche ich auch noch etwas, das wasserdicht ist. damit wären wir dann bei der kür angekommen.
beim schutz vor wind und regen, darf der prozess des flüssigkeits-verdampfens so wenig wie möglich gestört werden - sonst wird man "von-innen" nass. an dieser stelle spielt die atmungsaktivität eine grosse rolle.
für die geruchsempfindlichen unter uns spielt denn auch noch der muffelfaktor eine rolle. beim schwitzen werden sekrete frei, deren zersetzungsvorgang üble gerüche produziert. bei manchen fasern fällt das mehr, bei manchen weniger deutlich aus (die meisten aldi sachen sind die hölle). um diesen punkt zu lösen, stattet die klamotten industrie mit "anti-muffel" fasern aus. dies sind meist silberionen, die mit eingewebt werden. eine rolle spielt das aber nach meiner erfahrung nur bei unterwäsche.
livin on the edge means to have the best view
so interessant die grundsatz überlegungen sein mögen - wie finde ich mich durch den hersteller dschungel?
es gibt genau zu diesen themen einige normen, die eindeutig definiert sind und von den meisten herstellern angegeben werden. hier einige beispiele (many thx to Hohensteiner Institute, Ihre Arbeit war/ist sehr hilfreich):
Ret - wasserdampfdurchgangswiderstand
gibt an, welchen widerstand eine faser dem wasserdampf entgegen setzt (goretex 3 lagen laminat hat z.B. einen Ret wert von ungefähr 9). geben fast alle hersteller an. regel: je niedriger desto besser
Rct - wärmeisolation
gibt die isolierfähigkeit an - habe ich bisher selten gefunden
Fi - wasserdampfaufnahmefähigkeit
gibt an, wieviel feuchtigkeit (für den späteren abtransport) zwischengespeichert werden kann. äusserst wichtiger punkt nach meiner erfahrung, findet man aber auch selten.
mvtr - Moisture Vapor Transmission Rate
gibt an, wieviel feuchtigkeit unter definierten umgebungsbedingungen durch eine menbran hindurchgelangen. wird häufig angegeben, konkurriert mit dem Ret faktor. je nach hersteller gibt es argumentationen, warum der ein oder andere faktor aussagekräftiger ist. regel: je höher desto besser
den wärmeisolationswert mal aussen vor und die überlegungen vom letzten post im hinterkopf brauche ich zum wohlfühlen also etwas dass:
1) feuchtigkeit schnell von der haut weg transportiert
2) feuchtigkeit, die nicht sofort verdampft werden kann, in möglichst grossen mengen zwischenspeichern kann
3) vor wind und regen schützt, und zwar ohne den verdunstungsprozess zu behindern.
für heute abend ist fini, beim nächsten mal schreibe ich etwas zu den herstellern. ich freue mich jetzt schon auf eure erfahrungen, schliesslich ist die produkt portfolio gewaltig.
ein tip jedoch jetzt schon:
allein ein niedriger Ret oder hoher MVTR ist kein garant für einen hohen wohlfühl faktor - die anderen beiden punkte müssen auch stimmen
es gibt genau zu diesen themen einige normen, die eindeutig definiert sind und von den meisten herstellern angegeben werden. hier einige beispiele (many thx to Hohensteiner Institute, Ihre Arbeit war/ist sehr hilfreich):
Ret - wasserdampfdurchgangswiderstand
gibt an, welchen widerstand eine faser dem wasserdampf entgegen setzt (goretex 3 lagen laminat hat z.B. einen Ret wert von ungefähr 9). geben fast alle hersteller an. regel: je niedriger desto besser
Rct - wärmeisolation
gibt die isolierfähigkeit an - habe ich bisher selten gefunden
Fi - wasserdampfaufnahmefähigkeit
gibt an, wieviel feuchtigkeit (für den späteren abtransport) zwischengespeichert werden kann. äusserst wichtiger punkt nach meiner erfahrung, findet man aber auch selten.
mvtr - Moisture Vapor Transmission Rate
gibt an, wieviel feuchtigkeit unter definierten umgebungsbedingungen durch eine menbran hindurchgelangen. wird häufig angegeben, konkurriert mit dem Ret faktor. je nach hersteller gibt es argumentationen, warum der ein oder andere faktor aussagekräftiger ist. regel: je höher desto besser
den wärmeisolationswert mal aussen vor und die überlegungen vom letzten post im hinterkopf brauche ich zum wohlfühlen also etwas dass:
1) feuchtigkeit schnell von der haut weg transportiert
2) feuchtigkeit, die nicht sofort verdampft werden kann, in möglichst grossen mengen zwischenspeichern kann
3) vor wind und regen schützt, und zwar ohne den verdunstungsprozess zu behindern.
für heute abend ist fini, beim nächsten mal schreibe ich etwas zu den herstellern. ich freue mich jetzt schon auf eure erfahrungen, schliesslich ist die produkt portfolio gewaltig.
ein tip jedoch jetzt schon:
allein ein niedriger Ret oder hoher MVTR ist kein garant für einen hohen wohlfühl faktor - die anderen beiden punkte müssen auch stimmen
livin on the edge means to have the best view
von soviel positivem feedback angespornt habe ich mich entschlossen, das thema zügig weiter zu treiben.
bei der wahl der kalmotten muß man zunächst die entscheidung zwischen zwiebel lösung (viele einzelteile) und all-in-one lösung treffen. für die zweibel lösung spricht, dass man alles individuelle kombinieren kann. für die all-in-one lösung spricht, dass man nur eine jacke überwirft und gegen alle unbilden gewappnet ist.
egal wie die entscheidung ausfällt, die basics (erster beitrag) bleiben dieselben. dementsprechend muß als erstes eine flüssigkeits transportschicht her. diese bringt keine all-in-one lösung mit, da sie eng anliegend auf der haut getragen werden muß.
ab der zweiten schicht funktioniert die all-in-one wieder, den flüssigkeitsspeicher kann man in den meisten kleidungsstücken unterbringen.
bei der windabwehr gibt es die sogenannten softshells - winddichte materialien, die einen sehr guten ret wert (also niedrig) bzw. mvtr wert (also hoch) mitbringen. je nach dicke der shell ist sie ausserdem unterschiedlich warm. durch die hohe atmungsaktivität behindern sie die verdunstung nur minimal. auch funktioniert all-in-one.
im falle von regen braucht es etwas wasserdichtes. diese materialien bringen einen schlechteren ret / mvtr als die shells mit. sie taugen sehr gut sowohl gegen wing als auch regen, behindern aber die atmungsaktivität mehr als erforderlich. all-in-one funktioniert, aber nur mit abstrichen in der atmungsaktivität.
da ich das ganze jahr fahre und meine kleidungsstücke gerne auf die jeweilige wetterlage abstimme, lehne ich die all-in-one lösungen ab. neben den genannten gründen ist das aber auch eine preisfrage. so gibt es durchaus membranen, die nur geringfügig schlechtere ret werte als softshells haben (z.B. goretex xcr). diese kleidungsstücke kosten jedoch viereckig geld.
meine empfehlung:
unterwäsche von einem namhaften hersteller, die gute transport- und speicherfähigkeiten haben. ich wähle meist mittelwarme qualität (breites spektrum). diese beiden faktoren lassen sich gut in einem kleidungsstück unterbringen. man muß es nur richtig herum anziehen, da sonst die transport faser aussen statt innen ist. diese kleidungsstücke müssen eng anliegen, sonst funktionieren sie nicht. ausserdem achte ich auf anti-muffel. so etwas gibt es z.B. von schiesser, black bear, jack wolfskin, odlo etc. auf besondere bike wäsche achte ich dabei nicht - die anforderungen sind beim trekking, laufen, biken, walking etc. immer dieselben: trocken und warm bleiben
wenn es kühler aber trocken ist, trage ich eine windbreaker weste mit netzrücken (z.B. gore) oder eine softshell (jack wolfskin blizzard) um die atmungsaktivität so wenig wie möglich zu beeinträchtigen. Die Blizzard ist allerdings mächtig warm, ich trage sie nicht vor temparaturen um den 0 punkt.
wenn es regnet kommt eine goretex cruiser an den start, ein 3 lagen laminat. sie ist relativ klein packbar, hat eine leichte flüssigkeits speicherschicht und ist sehr schnell wieder trocken.
ok, fin für heute. demnächst etwas über 3 lagen, 2,5 lagen, 2 lagen laminate, paclite, sympathex etc.
bei der wahl der kalmotten muß man zunächst die entscheidung zwischen zwiebel lösung (viele einzelteile) und all-in-one lösung treffen. für die zweibel lösung spricht, dass man alles individuelle kombinieren kann. für die all-in-one lösung spricht, dass man nur eine jacke überwirft und gegen alle unbilden gewappnet ist.
egal wie die entscheidung ausfällt, die basics (erster beitrag) bleiben dieselben. dementsprechend muß als erstes eine flüssigkeits transportschicht her. diese bringt keine all-in-one lösung mit, da sie eng anliegend auf der haut getragen werden muß.
ab der zweiten schicht funktioniert die all-in-one wieder, den flüssigkeitsspeicher kann man in den meisten kleidungsstücken unterbringen.
bei der windabwehr gibt es die sogenannten softshells - winddichte materialien, die einen sehr guten ret wert (also niedrig) bzw. mvtr wert (also hoch) mitbringen. je nach dicke der shell ist sie ausserdem unterschiedlich warm. durch die hohe atmungsaktivität behindern sie die verdunstung nur minimal. auch funktioniert all-in-one.
im falle von regen braucht es etwas wasserdichtes. diese materialien bringen einen schlechteren ret / mvtr als die shells mit. sie taugen sehr gut sowohl gegen wing als auch regen, behindern aber die atmungsaktivität mehr als erforderlich. all-in-one funktioniert, aber nur mit abstrichen in der atmungsaktivität.
da ich das ganze jahr fahre und meine kleidungsstücke gerne auf die jeweilige wetterlage abstimme, lehne ich die all-in-one lösungen ab. neben den genannten gründen ist das aber auch eine preisfrage. so gibt es durchaus membranen, die nur geringfügig schlechtere ret werte als softshells haben (z.B. goretex xcr). diese kleidungsstücke kosten jedoch viereckig geld.
meine empfehlung:
unterwäsche von einem namhaften hersteller, die gute transport- und speicherfähigkeiten haben. ich wähle meist mittelwarme qualität (breites spektrum). diese beiden faktoren lassen sich gut in einem kleidungsstück unterbringen. man muß es nur richtig herum anziehen, da sonst die transport faser aussen statt innen ist. diese kleidungsstücke müssen eng anliegen, sonst funktionieren sie nicht. ausserdem achte ich auf anti-muffel. so etwas gibt es z.B. von schiesser, black bear, jack wolfskin, odlo etc. auf besondere bike wäsche achte ich dabei nicht - die anforderungen sind beim trekking, laufen, biken, walking etc. immer dieselben: trocken und warm bleiben
wenn es kühler aber trocken ist, trage ich eine windbreaker weste mit netzrücken (z.B. gore) oder eine softshell (jack wolfskin blizzard) um die atmungsaktivität so wenig wie möglich zu beeinträchtigen. Die Blizzard ist allerdings mächtig warm, ich trage sie nicht vor temparaturen um den 0 punkt.
wenn es regnet kommt eine goretex cruiser an den start, ein 3 lagen laminat. sie ist relativ klein packbar, hat eine leichte flüssigkeits speicherschicht und ist sehr schnell wieder trocken.
ok, fin für heute. demnächst etwas über 3 lagen, 2,5 lagen, 2 lagen laminate, paclite, sympathex etc.
livin on the edge means to have the best view
halli hallo, hier bin ich wieder um dem wohlfühlfaktor noch ein wenig nach zu spüren. die weiteren ausführungen werden sich auf die wasserdichten plünnen richten, da es dort nach meiner erfahrung den meisten klärungsbedarf gibt.
zunächst mal müßen auch hier wieder 2 sehr verschiedene verfahren unterschieden werden:
variante 1:
mikroporöse membranen (bekanntester vertreter goretex)
variante2:
chemisch pysikalische membranen/stoffe (bekanntester vertreter sympatex)
variante 1 ist stark vereinfacht eine membran, die gaaaaanz kleine löcher hat. diese gelochte membran läßt schweiss nach aussen, da die schweissmoleküle ganz einfach eine gewisse grösse nicht überschreiten - sie können raus. andersherum können regentropfen nicht rein, da sie zu groß sind - sie passen nicht durch die kleinen löcher der membran. klingt simpel. von der idee her ist es das auch. der trick liegt in der herstellung der membran (z.B. wie leicht, wie dünn, wie elastisch, wieviele kleine löcher je quadrat milimeter, etc.) und in der verarbeitung zum kompletten kleidungsstück (2 lagen laminate, paclite, etc.) variante 1 kleidungsstücke weisen sehr niedrige ret faktoren auf (3 lagen laminat ca. 8-10, xcr so um die 4-6 - b.t.w. alles was einen ret von weniger als 20 hat, darf sich atmungsaktiv nennen). aber wie bereits ausgeführt ist der ret nur einer von drei entscheidenden faktoren.
variante 2 funktioniert nach einem komplett anderen prinzip. dort wird die flüssigkeit von innen nach aussen entlang von molekülketten transportiert. da auch mein wissenfundus begrenzt ist und damals auf dem ak kein chemie leistung angeboten wurde, kann ich hier nur noch begrenzt licht ins dunkel bringen. auf alle fälle ist sympatex hochgradig hydrophil (flüssigkeitsliebend) und zieht durch diese eigenschaft den schweiss vom körper weg. variante 2 sieht im direkten ret vergleich mit variante 1 meist ziemlich schwach aus - die ret werte liegen deutlich höher.
nun jedoch mal ein paar spekulationen, die mir vielleicht sympatex träger bestätigen oder verwerfen können (ich trage im moment goretex und kann nur den ersten teil aus der praxis berichten):
die schwäche von variante 1 liegt darin, daß die schweiss moleküle sich nur dann durch die membran bequemen, wenn sie dazu ausdrücklich aufgefordert werden. dies geschieht durch druck, der im kleidungsstück aufgebaut werden muß (indem man schwitzt und damit wärme erzeugt). also funktioniert variante 1 eigentlich nur, wenn die jacke zu ist, da sich ja sonst nicht der erforderliche druck aufbauen kann, der die schweissmoleküle nach aussen drückt. zum anderen gibt es wetterlagen, wo ausserhalb der jacke ein hoher gegendruck herrscht, z.B. dichter nieselregen bei relativ warmen temparaturen. unter solchen umständen funktioniert variante 1 nicht wirklich gut.
die schwäche von variante 2 ist der verhältnismässig schlechte ret. dafür funkioniert der schweiss transport aber unabhängig von den drücken, die innerhalb und ausserhalb der jacke herrschen. man kann also die jacke auch mal öffnen und das wetter kann sein wie es will. der feuchtigkeitstransport funktioniert dann zwar langsamer aber dafür zuverlässiger. kombiniert man diese art der membran mit einer sehr leistungsfähigen saugschicht (der fi faktor), dann kann der schweiss in zeiten geringer körperlicher belastung abgegeben werden. verwendet man noch dazu eine saugschicht, die den schweiss grossflächig verteilt, dann können auch große mengen flüssigkeit schnell abtransportiert werden - trotz schlechtem ret.
in bezug auf den wohlfühlfaktor erscheint mir die zuletzt dargestellte lösung recht plausibel. ob sie variante 1 überlegen ist, kann ich aber aus der praxis nicht beurteilen, da ich noch keine variante 2 basierte lösung ausprobiert habe (was ich aber täte, wenn ich eine neue jacke bräuchte
)
so, schluss für heute, muß nach'm bett am kopfkissen lauschen
zunächst mal müßen auch hier wieder 2 sehr verschiedene verfahren unterschieden werden:
variante 1:
mikroporöse membranen (bekanntester vertreter goretex)
variante2:
chemisch pysikalische membranen/stoffe (bekanntester vertreter sympatex)
variante 1 ist stark vereinfacht eine membran, die gaaaaanz kleine löcher hat. diese gelochte membran läßt schweiss nach aussen, da die schweissmoleküle ganz einfach eine gewisse grösse nicht überschreiten - sie können raus. andersherum können regentropfen nicht rein, da sie zu groß sind - sie passen nicht durch die kleinen löcher der membran. klingt simpel. von der idee her ist es das auch. der trick liegt in der herstellung der membran (z.B. wie leicht, wie dünn, wie elastisch, wieviele kleine löcher je quadrat milimeter, etc.) und in der verarbeitung zum kompletten kleidungsstück (2 lagen laminate, paclite, etc.) variante 1 kleidungsstücke weisen sehr niedrige ret faktoren auf (3 lagen laminat ca. 8-10, xcr so um die 4-6 - b.t.w. alles was einen ret von weniger als 20 hat, darf sich atmungsaktiv nennen). aber wie bereits ausgeführt ist der ret nur einer von drei entscheidenden faktoren.
variante 2 funktioniert nach einem komplett anderen prinzip. dort wird die flüssigkeit von innen nach aussen entlang von molekülketten transportiert. da auch mein wissenfundus begrenzt ist und damals auf dem ak kein chemie leistung angeboten wurde, kann ich hier nur noch begrenzt licht ins dunkel bringen. auf alle fälle ist sympatex hochgradig hydrophil (flüssigkeitsliebend) und zieht durch diese eigenschaft den schweiss vom körper weg. variante 2 sieht im direkten ret vergleich mit variante 1 meist ziemlich schwach aus - die ret werte liegen deutlich höher.
nun jedoch mal ein paar spekulationen, die mir vielleicht sympatex träger bestätigen oder verwerfen können (ich trage im moment goretex und kann nur den ersten teil aus der praxis berichten):
die schwäche von variante 1 liegt darin, daß die schweiss moleküle sich nur dann durch die membran bequemen, wenn sie dazu ausdrücklich aufgefordert werden. dies geschieht durch druck, der im kleidungsstück aufgebaut werden muß (indem man schwitzt und damit wärme erzeugt). also funktioniert variante 1 eigentlich nur, wenn die jacke zu ist, da sich ja sonst nicht der erforderliche druck aufbauen kann, der die schweissmoleküle nach aussen drückt. zum anderen gibt es wetterlagen, wo ausserhalb der jacke ein hoher gegendruck herrscht, z.B. dichter nieselregen bei relativ warmen temparaturen. unter solchen umständen funktioniert variante 1 nicht wirklich gut.
die schwäche von variante 2 ist der verhältnismässig schlechte ret. dafür funkioniert der schweiss transport aber unabhängig von den drücken, die innerhalb und ausserhalb der jacke herrschen. man kann also die jacke auch mal öffnen und das wetter kann sein wie es will. der feuchtigkeitstransport funktioniert dann zwar langsamer aber dafür zuverlässiger. kombiniert man diese art der membran mit einer sehr leistungsfähigen saugschicht (der fi faktor), dann kann der schweiss in zeiten geringer körperlicher belastung abgegeben werden. verwendet man noch dazu eine saugschicht, die den schweiss grossflächig verteilt, dann können auch große mengen flüssigkeit schnell abtransportiert werden - trotz schlechtem ret.
in bezug auf den wohlfühlfaktor erscheint mir die zuletzt dargestellte lösung recht plausibel. ob sie variante 1 überlegen ist, kann ich aber aus der praxis nicht beurteilen, da ich noch keine variante 2 basierte lösung ausprobiert habe (was ich aber täte, wenn ich eine neue jacke bräuchte
so, schluss für heute, muß nach'm bett am kopfkissen lauschen
livin on the edge means to have the best view
halli hallo,
mal wieder ein paar zeilen zum wohlfühlfaktor. heute werde ich mich den varianten der mikroporösen plünnen widmen und es dann auch gut sein lassen.
die mikroporöse membran (also z.b. goretex) ist allein für sich betrachtet ein zeimlich zartes pflänzchen. daher wird sie nicht "stand alone" sondern in verbindung mit einem obermaterial und einem innenmaterial verarbeitet.
der oberstoff soll vor allem gegen abrieb und mechanische belastungen (abscheuerungen) schützen. nun gibt es eine menge reissfeste oberstoffe (z.B. codura), diese sollen aber so wenig wie möglich die atmungsaktivität beeinträchtigen. damit wird's kniffelig, es kommen nur relativ leichte stoffe in frage.
das innenmaterial soll verhindern, dass die membran direkt auf der haut liegt (wer hat schon gern 'ne plastikfolie auf dem fell kleben) und rutschig genug sein, dass die jacke über die übrigen klamotten rutscht. darüberhinaus kann man im innenmaterial eine saugschicht unterbringen. wieder gilt jedoch: so wenig die atmungsaktivität wie möglich beeinflussen, also kommen wieder nur hightec fasern in frage.
zuletzt bleibt der punkt, wie die drei schichten miteinander verbunden werden. hier wird es richtig spannend, denn dieser teil der verarbeitung entscheidet u.a. über trocknungsgeschwindigeit und packmaß:
a) im einfachsten fall wird die membran weder mit ober- noch mit innenstoff verbunden. sie wird lediglich ziwschen beiden schichten "eingehängt" das nennt man meist z-liner und wird z.B. gerne im motorradbereich verabreitet. nachteil: regen läuft durch die oberschicht bis zur membran. die jacke ist zwar dicht, saugt sich aber voll wasser. dadurch wird sie erheblich schwerer (2 kilo sind locker drin). abgesehen davon dauert es ewig, bis die jacke mal wieder trocken ist.
b) advanced aber noch nicht sophisticated ist die variante, bei der obermaterial und membran miteinander verbunden werden. das nennt man dann 2 lagen laminat (2 schichten sind miteinander verbunden bzw. laminiert) das vollsaugen entfällt, allerdings nervt das innenfutter, sobald der schweiss nicht mehr vollkommen abtransportiert werden kann. ergebnis: das innenfutter "klebt" auf der haut (igitt). manche hersteller verzichten ganz auf die innenschicht und machen die membran innenseite irgendwie rutschig. das ganze ist superleicht aber auch sehr empfindlich (z.B. jeantex)
c) relativ neu sind die 2,5 lagen laminate. bei diesen jacken wird das innenfutter durch sehr kleine, erhabene "pünktchen" auf der ersetzt. bei genauem hinsehen, erscheinen sie wie kleine, halbierte kügelchen. sie sorgen dafür, dass die jacke gut über die kleidung rutscht, die atmungsaktivität wird sehr wenig beeinträchtigt, eine speicherfunktion ist allerdings auch nicht gegeben. gore nennt diese variante paclite. pendants gibt es u.a. von marmot, dort heißt das ganze precip oder precip plus.
d) die letzte version sind die sogenannten 3 lagen laminate. aus meiner sicht die königklasse. sie zeichnen sich dadurch aus, dass alle 3 schichten fest miteinander verbunden sind. kein vollsaugen, gute atmungsaktivität, leichte speicherfähigkeit, sehr schnell wieder trocken und insgesamt recht robust bei vertretbarem packmaß - der allrounder für alle gelegenheiten. je nach verarbeiteter menbran sind diese jacken unterschiedlich atmungsaktiv. das "normale" goretex ist hierbei die "brot und butter" version, gore xcr toppt das ganze kostet aber auch mächtig geld. gore produziert aber auch im auftrag, so z.B. für löffler die colibri membran. sehr leicht und irgendwo zwischen normalem goretex und xcr anzuordnen.
so, das war's erstmal. es gibt noch ein, zwei andere dinge zu beachten, wie z.B. die wassersäule (der druck von aussen), bis zu der eine membran trocken bleibt (100% trocken ist nur der friesennerz
. nach meinen erfahrungen kann man diesen punkt aber weitgehend vernachlässigen, es sei denn man fährt in monsun gegenden oder ähnlich extreme gegenden. dann sollte man auch danach fragen. laut din ist alles wasserdicht, was 1300 mm stand hält , in der praxis treten aber schnell mehrfache werte davon auf, die aber auch von den meisten membranen erreicht werden. So, nun hoffe ich ihr seit ein weng schlauer und habt noch ein wenig weihnachtsgeld übrig
mal wieder ein paar zeilen zum wohlfühlfaktor. heute werde ich mich den varianten der mikroporösen plünnen widmen und es dann auch gut sein lassen.
die mikroporöse membran (also z.b. goretex) ist allein für sich betrachtet ein zeimlich zartes pflänzchen. daher wird sie nicht "stand alone" sondern in verbindung mit einem obermaterial und einem innenmaterial verarbeitet.
der oberstoff soll vor allem gegen abrieb und mechanische belastungen (abscheuerungen) schützen. nun gibt es eine menge reissfeste oberstoffe (z.B. codura), diese sollen aber so wenig wie möglich die atmungsaktivität beeinträchtigen. damit wird's kniffelig, es kommen nur relativ leichte stoffe in frage.
das innenmaterial soll verhindern, dass die membran direkt auf der haut liegt (wer hat schon gern 'ne plastikfolie auf dem fell kleben) und rutschig genug sein, dass die jacke über die übrigen klamotten rutscht. darüberhinaus kann man im innenmaterial eine saugschicht unterbringen. wieder gilt jedoch: so wenig die atmungsaktivität wie möglich beeinflussen, also kommen wieder nur hightec fasern in frage.
zuletzt bleibt der punkt, wie die drei schichten miteinander verbunden werden. hier wird es richtig spannend, denn dieser teil der verarbeitung entscheidet u.a. über trocknungsgeschwindigeit und packmaß:
a) im einfachsten fall wird die membran weder mit ober- noch mit innenstoff verbunden. sie wird lediglich ziwschen beiden schichten "eingehängt" das nennt man meist z-liner und wird z.B. gerne im motorradbereich verabreitet. nachteil: regen läuft durch die oberschicht bis zur membran. die jacke ist zwar dicht, saugt sich aber voll wasser. dadurch wird sie erheblich schwerer (2 kilo sind locker drin). abgesehen davon dauert es ewig, bis die jacke mal wieder trocken ist.
b) advanced aber noch nicht sophisticated ist die variante, bei der obermaterial und membran miteinander verbunden werden. das nennt man dann 2 lagen laminat (2 schichten sind miteinander verbunden bzw. laminiert) das vollsaugen entfällt, allerdings nervt das innenfutter, sobald der schweiss nicht mehr vollkommen abtransportiert werden kann. ergebnis: das innenfutter "klebt" auf der haut (igitt). manche hersteller verzichten ganz auf die innenschicht und machen die membran innenseite irgendwie rutschig. das ganze ist superleicht aber auch sehr empfindlich (z.B. jeantex)
c) relativ neu sind die 2,5 lagen laminate. bei diesen jacken wird das innenfutter durch sehr kleine, erhabene "pünktchen" auf der ersetzt. bei genauem hinsehen, erscheinen sie wie kleine, halbierte kügelchen. sie sorgen dafür, dass die jacke gut über die kleidung rutscht, die atmungsaktivität wird sehr wenig beeinträchtigt, eine speicherfunktion ist allerdings auch nicht gegeben. gore nennt diese variante paclite. pendants gibt es u.a. von marmot, dort heißt das ganze precip oder precip plus.
d) die letzte version sind die sogenannten 3 lagen laminate. aus meiner sicht die königklasse. sie zeichnen sich dadurch aus, dass alle 3 schichten fest miteinander verbunden sind. kein vollsaugen, gute atmungsaktivität, leichte speicherfähigkeit, sehr schnell wieder trocken und insgesamt recht robust bei vertretbarem packmaß - der allrounder für alle gelegenheiten. je nach verarbeiteter menbran sind diese jacken unterschiedlich atmungsaktiv. das "normale" goretex ist hierbei die "brot und butter" version, gore xcr toppt das ganze kostet aber auch mächtig geld. gore produziert aber auch im auftrag, so z.B. für löffler die colibri membran. sehr leicht und irgendwo zwischen normalem goretex und xcr anzuordnen.
so, das war's erstmal. es gibt noch ein, zwei andere dinge zu beachten, wie z.B. die wassersäule (der druck von aussen), bis zu der eine membran trocken bleibt (100% trocken ist nur der friesennerz
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